the man who wasn't there

Wenn ich morgens in der U-Bahn sitze, umzingelt von schwitzenden Männern und Frauen, dann Frage ich mich: 'Bin ich auf dem richtigen Weg? Oder werde ich einfach nur von der derzeitigen Weltenordnung in dieses heillose geordnete System geworfen?', und dann, dann muss ich aufstehen, meinen Sitz einer ältlichen Dame anbieten, die sich anders nicht mehr auf den Beinen halten kann. Sie setzt sich, wirft noch ein müdes Lächeln auf mich bevor ich aussteigen muss und mir meinen Weg durch mein vorbestimmtes Leben bahne. Ach nein, STOP! ich kann individuell sein! -'Ja, natürlich, so individuell wie Millionen andere.' Und dann stehe ich vor der letzten Ampelkreuzung, die mich noch von meinem Ziel trennt und jedes Mal, wirklich jedes Mal stellt sich mir ein hochgewachsener, junger Mann mit stahlblauen Augen, dünnen, sehnigen Armen und einem Lächeln in den Weg, welches so plötzlich vor mir losbricht wie ein Wolkenbruch, obwohl ich es jedes Mal erraten könnte und erwarten könnte. Er reißt mich aus meiner Alltäglichkeit, obwohl schon selbst mit dem Alltag verschmolzen, aber weil es nicht geht, dass ich mit großem Optimismus in den Tag schreite, stoße ich ihn einfach weg und dann drehe ich mich um und er wird zu einem von den andere grauüberzogenen Nebelkrähen und war nie so besonders - wunderbar.

28.10.06 19:42

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